Nicht oft geschieht es, das Groundspeak auf geocaching.com neue Features präsentiert. Meist sind die neuen Features Premium-Mitgliedern vorbehalten, und meist sind sie einigermaßen sinnfrei. Seit kurzem gibt es da zum Beispiel “Offline Pocket Queries”. Dabei handelt es sich um eine etwas merkwürdige Erfindung: Nachdem man seine Pocket-Queries erstmal runtergeladen hat, kann man sie anschließend nun auch wieder hochladen. Ja echt. Groundspeak löscht dann die hochgeladenen Dateien nach 7 Tagen. Dann braucht man sie nicht mehr selbst löschen. Oder so ähnlich..
Was hat es also damit auf sich? Die Idee ist folgende: Nachdem man sein PQs bekommen hat, kann man sie erstmal bearbeiten, z.B. die Koordinaten von Rätselcaches eintragen, weitere Wegpunkte anlegen, Kommentieren, was auch immer. Anschließend lädt man diese geänderten PQs wieder hoch – maximal 500 Stück in einem GPX-File – und hat sie dann über gc.com zur Verfügung. Was daran offline ist? Also, Leute mit einem iPhone können dann ohne “3rd party application” die PQs wieder runterladen und mit der iPhone-App verwenden. Dann auch offline. Anders als bei “normalen” Geräten kann man das iPhone nämlich nicht mal eben am PC anschließen und die GPX-Files draufschieben. Wie man ohne Fremdanwendung die GPX-Dateien vernünftig editieren soll? Im Groundspeak-Forum wird vorgeschlagen, den Texteditor zu nehmen. Super. XML editieren bei 500 Caches samt kompletter HTML-Beschreibung im Editor. So ein Schwachsinn. Also braucht man GSAK oder Ähnliches (was auch wieder kostet).
Was mich daran nervt ist die ganze Denkweise dahinter. Da wird eine Minderheit von Cachern mit einem Feature versorgt, dass ein Gerät nach vorne pusht, welches ansonsten für Geocaching total ungeeignet ist. Warum nicht Symbian (Nokia ist schließlich noch immer der Hersteller mit dem größten Weltmarktanteil), Android oder gleich JAVA unterstützt wird? Keine Ahnung. Ist vielleicht alles nicht amerikanisch genug. Das iPhone ist eben Apple. Und das sind die Guten.
Mich ärgert das, weil es andere Features gibt, die viel sinnvoller wären: Warum kann ich nicht direkt Notizen oder “Corrected Coordinates” für Caches in meinem Account hinterlegen? Dies würde PQs in den vielen Fällen völlig überflüssig machen. Achja, braucht zu viel Speicherplatz. Ist klar. PQs hochladen macht mehr Sinn.
Warum funktioniert die Suche noch immer so spröde, dass man Caches nur findet wenn man Keywords ganz exakt eintippt? Warum werden trotz weltweiter, zahlender Community nur amerikanische ZIP-Codes unterstützt. Warum gibt es eigentlich überhaupt keine Lokalisierung der Homepage? Warum gibt es noch immer keine vordefinierte Cache-Karte? Ich stell mir das ähnlich wie PQs vor: Nicht immer brandaktuell, dafür offline verfügbar und schnell. Warum muss ich zum Bewerten von Caches eine Fremdapplikation per Greasemonkey in meinen Browser einschleusen?
Warum gibt es keine Caching-Applikationen von Groundspeak, außer der iPhone-App? Tools wie GSAK sind absolut notwendig, wenn man die Übersicht behalten will. Groundspeak bietet hier nix an.
Warum funktioniert die gesamte Wherigo-Plattform nicht ordentlich? Da sollten die mal die Entwickler dran setzen. Ich kämpfe seit Ewigkeiten mit einem Wherigo-Cartridge.
Kritik ist aber unamerikanisch. So wird es auch weiterhin tolle neue Features wie das Twittern von Fieldnotes per SMS (HÄ?!) geben, oder die Friendlist, die kaum einen tieferen Sinn macht – nicht dass es nicht auch für die “Friendlist” tolle Ideen gäbe. Z.B. gemeinsame Cache-Karten etc. Aber da hat Groundspeak keine Entwickler für. Die lernen nämlich gerade iPhones zu verkaufen.
Weitere Blogs zu diesem Thema:
http://www.geocaching-nordfriesland.de/?p=2297
http://jeepermtj.blogspot.com/2009/10/offline-pocket-queries.html

